Initiative ergreifen

Initiative ergreifen Stiftung gründen – Zukunft gestalten

Es gibt immer mehr Menschen, die sich aktiv für Ideen oder wichtige Projekte zum Wohle anderer engagieren möchten. Mit einer Stiftung können Sie etwas bewegen und Ihre Anliegen für die Zukunft bewahren.

Wesen der Stiftung

Was ist eine Stiftung?

Stiften heißt, einem bestimmten, auf Dauer angelegten Zweck ein Vermögen zu widmen, und dies unwiderruflich. Entscheidende Voraussetzung für die Rechtsfähigkeit einer Stiftung ist, dass der Stifter seinen Willen, eine Stiftung zu gründen, schriftlich zum Ausdruck bringt. Im so genannten Stiftungsgeschäft hält der Stifter schriftlich fest, wie viel er für welchen Zweck stiften möchte. Erst mit Anerkennung des Stiftungsgeschäfts durch die Aufsichts-Behörden erlangt die Stiftung ihre Rechtsfähigkeit. Es gibt aber auch die Möglichkeit zur Errichtung einer nicht rechtsfähigen, treuhänderischen Stiftung (näheres unter Stiftungsmodelle).

Wer kann Stifter werden?

Stifter kann jede natürliche Person werden, die nach dem Gesetz voll geschäftsfähig ist, also das 18. Lebensjahr vollendet hat, sowie jede juristische Person. Stifter haben eine Idee oder Vorstellung, die sie bewegt und mit der sie etwas bewegen möchten. Sie müssen bereit sein, sich von Vermögenswerten zugunsten eines bestimmten gemeinnützigen Zwecks für immer zu trennen.

Stiftungszweck

Stiftungszwecke sind sehr vielfältig. Meist sind Stiftungen steuerbegünstigten, also gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken gewidmet. Es gibt operative Stiftungen, die ihre Zwecke selbst realisieren, und rein fördernde Stiftungen, die Dritte bei deren Aufgaben unterstützen. Stiftungszwecke können zum Beispiel Stipendien an Künstler, Zuschüsse an Pflegeheime oder der Schutz bedrohter Tiere sein.

Lassen auch Sie sich von der Idee des Stiftens bewegen und nutzen Sie das Netzwerk der Volksbanken und Raiffeisenbanken für die Verwirklichung.

Stiftungsvermögen

Bleibende Werte

Damit eine Stiftung ihren Zweck verwirklichen kann, müssen die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen. Hierfür widmet der Stifter seiner Stiftung ein bestimmtes Vermögen. Dieser Vermögens-Grundstock ist grundsätzlich darauf ausgelegt, auf Dauer erhalten zu bleiben. Lediglich die Erträge, die daraus erwirtschaftet werden, dienen dazu, den Stiftungszweck und nachhaltig zu erfüllen.

Vermögenswerte

Neben Bar- und Kapital-Vermögen können Stifter auch Immobilien, Rechte, Forderungen und bewegliche Sachen als Vermögenswerte in die Stiftung einbringen. Die Aufsichts-Behörden verlangen in der Praxis 50.000 Euro als unteres Limit für eine rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts. Bei treuhänderischen Stiftungen (näheres unter Stiftungsmodelle) sind, abhängig vom Stifterzweck, auch geringere Beträge möglich.

Höhe des Stiftungs-Vermögens

Das gestiftete Vermögen dient als Grundstock. Durch so genannte Zustiftungen kann dieser Grundstock später auch erhöht werden. Hierbei führen zum Beispiel Dritte nachträglich Stiftungs-Kapital zu oder der Grundstock wird durch Vermächtnisse oder Erbeinsetzungen vergrößert.

Steuern

Steuerliche Vorteile

Alle natürlichen und juristischen Personen, die einer gemeinnützigen Stiftung Vermögen oder Mittel zur Verfügung stellen, können steuerliche Vorteile nutzen. Jede Zuwendung an eine steuerbegünstigte Stiftung ist im steuerlichen Sinne eine Spende und als Sonderausgabe bzw. Betriebsausgabe abzugsfähig. Zuwendungen können bis zu einer Höhe von 20 Prozent des Gesamtbetrages der persönlichen jährlichen Einkünfte bzw. bei juristischen Personen des Einkommens geltend gemacht werden. Alternativ kann auch die Höchstgrenze von 4 Promille der gesamten Umsätze und der im Kalenderjahr gezahlten Löhne und Gehälter Anwendung finden.

Absetzbar bis zu einer Million Euro

Zuwendungen in den Vermögensstock einer gemeinnützigen Stiftung können von natürlichen Personen zusätzlich zu den im vorherigen Absatz genannten Beträgen bis zu einem Höchstbetrag von einer Million Euro als Sonderausgaben steuerlich abgesetzt werden. Dieser Betrag kann komplett im Jahr der Zuwendung oder in beliebiger Verteilung über einen Zeitraum von zehn Jahren steuerlich geltend gemacht werden. Eheleute können den Höchstbetrag doppelt geltend machen.

Weitere steuerliche Vorteile

Die Errichtung einer gemeinnützigen Stiftung oder Zuwendungen an bereits bestehende Stiftungen sind schenkungs- und erbschaftssteuerfrei. Bei unentgeltlicher Übertragung inländischen Grundvermögens auf eine gemeinnützige Stiftung fällt keine Grunderwerbssteuer an. Die Errichtung einer Stiftung durch Privatpersonen löst keine Umsatzsteuer aus.

Stiftungsmodelle

Selbstständige Stiftung

Eine selbstständige Stiftung ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts. Sie ist eine juristische Person, die eigenständig im Rechtsverkehr auftritt. Die selbstständige Stiftung verfügt über eine bestimmte innere Organisation und eigene verwaltende Organe. Die Erträge aus dem Vermögen müssen demnach auch die Kosten decken, die über den Stiftungszweck hinausgehen. Solche Stiftungen eignen sich für größere Stiftungs-Vermögen.

Unselbstständige/ Treuhänderische Stiftung

Unselbstständige Stiftungen haben keine eigene Rechts-Persönlichkeit. Sie werden treuhänderisch von einem Dritten verwaltet. Der Stifter überträgt sein Vermögen zur Erfüllung des von ihm vorgegebenen Stiftungszwecks auf diesen Treuhänder. Dies kann eine Person des Vertrauens oder eine juristische Person sein. Ein behördliches Genehmigungs-Verfahren zur Errichtung der Stiftung ist nicht erforderlich und sie unterliegt keiner staatlichen Aufsicht.