Im Ruhestand

Volksbank-Vorstände Rainer Berlingen und Peter Bersch

Bitburg/Prüm/Gerolstein. Viel Lob gab es zum Abschied – und Ehrennadeln in Gold des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes (DGRV): Rainer Berlingen und Peter Bersch, Vorstandsmitglieder der frisch fusionierten Volksbank Eifel, standen im Mittelpunkt einer Feier, die den Hof des Schlosses Niederweis in ein Zentrum genossenschaftlicher Identität verwandelte. Deutlich wurde: Die Mitte des Jahres ausgeschiedenen Bankdirektoren haben im Laufe ihrer beruflichen Karriere viele Meilensteine in der Landschaft der Genossenschaftsinstitute erreicht. In den vergangenen Jahrzehnten prägten sie gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen den Aufwärtstrend der vorherigen Volksbank Eifel Mitte und Volksbank Bitburg.

1952 geboren, 1967 als Rechtsanwaltsgehilfe in einer Dauner Kanzlei gestartet und gearbeitet und anschließend – nach einem Studium der Betriebswirtschaft und der Rechtswissenschaften – Leiter der Rechts- und Insolvenzabteilung der Volksbank Gerolstein: So machte Berlingen sich den Weg frei zu weiteren Aufgaben. 1990 begann er seine Vorstandstätigkeit in der damaligen Volksbank Hillesheim-Gerolstein, einer Vorgängerbank der heutigen Volksbank Eifel. Viele Jahre engagierte sich Berlingen in regionalen und überregionalen Gremien im genossenschaftlichen Finanzsektor, beispielweise als Mitglied des Verbandsrates des Bundesverbands der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Berlin. Dessen Vorstandsmitglied, Gerhard Hofmann, zeichnete Berlingen nun mit der Ehrennadel in Gold des DGRV aus. „Niemanden wird überraschen, dass Ihr Ausscheiden aus dem aktiven genossenschaftlichen Dienst sowohl in der Eifel eine große Lücke reißen wird als auch in all Ihren anderen Betätigungsfeldern: bei uns im BVR ebenso wie in der genossenschaftlichen FinanzGruppe“, sagte Hofmann: „Sie sind ein Botschafter der genossenschaftlichen Ideale in ihrer Region geworden.“ Genossenschaftliche Werte könnten schließlich nur von Menschen mit Leben gefüllt werden.

Das sah auch Werner Böhnke, Aufsichtsratsvorsitzender der WGZ Bank, so. Er war gekommen um Peter Bersch mit der Ehrennadel in Gold zu würdigen: „Peter Bersch hat über mehr als 20 Jahre hinweg mit Umsicht und Weitsicht seine unternehmerische Verantwortung für die Volksbank Bitburg erfolgreich wahrgenommen. In seiner sympathischen und unverwechselbaren Art hat er sich darüber hinaus mit Sachverstand und Gestaltungskraft in vielfältiger Weise engagiert. Auch in seiner Arbeit für die Gremien der WGZ BANK hat er sich stets als kreativer Geist und wertvoller Impulsgeber gezeigt.“ Begonnen hatte alles in den 70er Jahren: Der heute 60-jährige Bersch startete seine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Kreissparkasse Rhein-Hunsrück und arbeitete dort als Leiter der Kreditabteilung. 1986 wagte er den Sprung zu den Genossenschaften und wechselte zur Volksbank Westerwald. Dort war Bersch als Abteilungsdirektor und Prokurist tätig, bevor er 1993 in den Vorstand der Volksbank Bitburg berufen wurde. 1999 erfolgt die Ernennung zum Vorstandssprecher und 2011 zum Vorstandsvorsitzenden. In dieser Funktion war er einer der entscheidenden Architekten der Volksbank Bitburg, die er zuletzt erfolgreich in den Zusammenschluss mit der Volksbank Eifel Mitte führte. Wie Berlingen engagierte sich auch Bersch über den Tellerrand hinaus und war unter anderem Aufsichtsratsmitglied der WGZ Bank und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Ratiodata.

Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes, betonte in seinem Grußwort den Mut von Berlingen und Bersch zu wichtigen und richtigen Weichenstellungen: „Genossenschaftsbanken wie die Volksbank Eifel und ihre Vorläuferinstitute sind erfolgreich, weil sie sich nicht auf den Staat verlassen, sondern weil sie sich auf sich selbst verlassen. Weil sie Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung mit Fleiß, Tüchtigkeit, aber eben auch mit Mut und Zuversicht kombinieren.“

Die beiden Aufsichtsratsvorsitzenden, Peter Barz von der Volksbank Bitburg und Dieter Nahrings von der Volksbank Eifel Mitte, hoben die Verhandlungen auf dem Weg zur Fusion hervor: „Seit dem ersten Gedankenaustausch bis zur jetzigen Verschmelzung ist gerade einmal ein Jahr vergangen. Das ist ein Zeichen dafür, dass man von Beginn an auf Augenhöhe miteinander geplant hat. Ein eindeutiges Zeichen für die bereits menschlich fusionierte Bank ist auch die heutige gemeinsame Verabschiedungsfeier.“

In ihren Dankesworten würdigten die beiden ausscheidenden Vorstandsmitglieder die vielen guten Begegnungen in ihrem Berufsleben. „Wer nach genossenschaftlichen Grundsätzen handelt, der braucht Weggefährten, die diese Philosophie mittragen“ waren sich Berlingen und Bersch einig. Die beiden freuen sich jetzt auf mehr Zeit für Familie und Hobbys. Berlingen setzt sich für ein katholisches Kinderheim in Thailand ein und will dieses nun besuchen. Dabei wird er die Spenden überreichen, die er statt Geschenke zum Abschied bekommen hat. Auch Bersch hatte um Spenden statt Geschenke gebeten und unterstützt damit die „Lebendige Genossenschaft - Mitgliederstiftung der Volksbank Bitburg“. Er freut sich, nun Kugelschreiber mit Schraubenschlüssel zu tauschen und mehr Zeit seinen Oldtimern widmen zu können.